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Mann, lass den Hammer fallen! oder: ENOUGH!GENUG! FRAUENSTREIK!

Ihr kennt das Phänomen, das mit „Maslows Hammer“ beschrieben wird? Frei übersetzt spiegelt es folgende Beobachtung wider:

> „Ein Mann, dessen einziges Werkzeug ein Hammer ist, sieht in jedem Problem nur einen Nagel.“

An dieses Phänomen muss ich jedesmal denken, wenn der amtierende Bundeskanzler und andere (zumeist) konservative Regierungspolitiker_innen ihre Pläne für die Lösung aktueller gesellschaftlicher Konflikte präsentieren:

Da sollen dann die hochkomplexen Zusammenhänge und Herausforderungen der heutigen Zeit UND der Zukunft mit dem Hammer „Denkmuster und Konzepte aus der Frühzeit der industriellen Revolution“ (also von vor rund 300 Jahren) bewältigt werden, nur aufgehübscht durch einen Anstrich mit dem Namen Neoliberalismus (der allerdings in der Zwischenzeit auch schon beinahe 100 Jahre alt ist). Und mit neu-altem Militarismus. Und überhaupt mit neu-alten patriarchalen Sprüchen und Verhaltensweisen.

Denn damals wie heute geht Maslows „Hammer-Phänomen“ brüderlich einher mit einer anderen Konstante: Wesentliche gesellschaftliche Entscheidungen und Absprachen werden in vorwiegend männlich* besetzten und dominierten Runden getroffen und in schweigender Kumpanei mitgetragen. Mit Verflechtungen und Auswirkungen, wie sie jeden Tag und nicht zuletzt gerade ausführlich in den veröffentlichten Epstein-Files sichtbar werden. Aber eben auch in dem Prozess Gisèle Pelicots gegen ihren früheren Ehemann und 50 weitere Sexualstraftäter.

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Es gibt immens viele Gründe dafür, dass „die Scham die Seiten wechseln muss“ (Pelicot); immens viele Gründe für ein lautstarkes ENOUGH!GENUG! | FRAUEN* STREIK und für den ersten weltweiten Schulterschluss von Frauen*.

Adrienne Goehler und die Co-Initiatorinnen des Globalen Frauen General Streiks am heutigen Montag, 9.3.26, haben mit ihrem Ruf „ENOUGH!GENUG!“ Frauen* aus allen Teilen Deutschlands und weit darüber hinaus aus tiefstem Herzen gesprochen. Die Missstände und Krisen in allen gesellschaftlichen Bereichen sind so offensichtlich Ergebnisse und Auswirkungen eines Übermaßes an männlichen Hormonen, Ambitionen und Fehlentscheidungen, dass es mehr braucht als einen einzigen „Frauentag“ – es braucht den kollektiven Aufstand mit langem Atem. Als Initialzündung für eine echte Zeitenwende.

Immens viele Gründe also dafür, nach dem 9.3.26 gemeinsam entschlossen zu beharren auf einem anderen, global-gerechten gesellschaftlichen Miteinander – über alle inhaltlich unterschiedlichen Sichtweisen und Schwerpunkte weiblichen* Engagements hinweg!

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